Der erste Tag…….
Es ist dunkel, als ich erwache. Auf dem Flur herrscht ein Höllenlärm. Türen schlagen, Stimmengewirr und schlurfende Schritte sind zu hören. Nach einem kurzen Moment der Orientierungslosigkeit, wage ich einen Blick auf meine Armbanduhr. 07:00 Uhr erkenne ich mit Mühe, zu früh für mich. Ich versuche noch ein wenig zu schlafen, was mir aber durch den Lärm nur schlecht gelingt. Um kurz nach 8 entscheide ich mich aufzustehen. Vom irgendwo her, ist immer noch Lärm zu vernehmen. Als ich dann kurz nach 9 in den Frühstücksraum komme, erklärt sich der Krach von selbst. Der Raum ist gähnend leer, dafür ist der Fernseher mit voller Lautstärke in Betrieb.
Hinter der Luke in der Wand, sitzt der Typ von heute Nacht. Ich frage ihm, ob es noch Frühstück gibt. “Bis neun”, antwortet er kurz angebunden. Ich schaue auf meine Uhr, 09:10 Uhr.
Wie zur Bestätigung sagt er, “es ist 10 nach Neun”. Ich versuche es mit einem Scherz, “..na dann werde ich mir eben ein Gürteltier fangen und braten….. Er schaut mich verständnislos an. Als ich ihm angrinse, fällt auch bei ihm der Groschen…. Pfennigweise. Er quittiert meine Scherz, mit zwei kurze ha, ha. Doch auf mein Bitten, bequemt er sich und verkauft mir eine Cola.
Ich verlasse die Pension, Hitze, Staub und gleißendes Sonnenlicht schlagen mir entgegen. Auf der Straße orientiere ich mich erst einmal, ich schaue nach rechts,
danach schaue ich nach links,
Hm,….. ich entscheide mich für die linke Seite und trotte los. Schon nach wenigen Metern, klebt mir die Zunge am Gaumen und mein Deo versagt kläglich. Die vorbeifahrenden Viehtransporter, tragen auch nicht gerade zu meinem Wohlbefinden bei.
Und nicht nur die Viehtransporter, auch alle anderen Fahrzeuge fahren so, als wenn es einen Preis für die längste Staubfahne gibt.
Schwitzend und mit knirschenden Zähnen (nicht vor Wut, sondern des Staubes wegen) erreiche ich das “Zentrum” von Loma Plata.
Nach knapp 10 bis 15 Minuten ist das Ende bei der Cooperative “Chortizer” erreicht. Am Supermarkt der Cooperative, lege ich eine Pause ein.
Ich mache es wie die vielen Indianer, die man auf der Straße sieht, ich setze mich einfach an einer schattigen Stelle auf den Gehweg, die Mauereinfassung vom Parkplatz des Supermarktes im Rücken. Was mir auch gleich verwunderte Blicke der Indios einbringt. Was ist das für ein “Weißbrot-Gringo” werde die wohl denken. Mir ist das egal, ich habe Durst und überlege ob ich den Supermarkt besuche oder den Kiosk auf der anderen Straßenseite, als plötzlich ein Sirene ertönt. So eine Dampfpfeife die es auch in Deutschland nach dem Krieg, in vielen Fabriken noch gab.
Während ich noch überlege was das wohl bedeutet, setzt auf der Straße die eben noch recht leer war, ein überaschend dichter Verkehr ein. Was ist los? Krieg ausgebrochen, Feuer, Schweinegrippe? Keine Ahnung, ich entscheide mich erst mal, den Supermarkt zu besuchen. Ich erhebe mich und will loslaufen, als sich die Rollläden des Marktes mit Getöse schließen. Also gut dann der Kiosk. Ich drehe mich um und will die Straße überqueren, das Gleiche……..die Rollläden der Bude rasseln herunter.
Ich wundere mich und laufe noch ein paar Schritte weiter. Am Museum, wird mir einiges klar.
Wie ich auch an den folgenden Tagen feststellen konnte, verfällt der Ort jeden Tag noch ertönen der Dampfpfeife, in eine mehrstündige und kollektive “Siesta”.
Mist……und nun? Mich quält der Durst und etwas Hunger habe ich, nach dem ausgefallen Frühstück auch. Doch dann entdecke ich, in einer Seitenstraße, die Rettung.
Ich hoffe nur, die haben zur Mittagszeit offen.
Glück gehabt, das Restaurant mit dem Charme einer Fabrikhalle, entpuppt sich als recht gut. Der Kellner ist freundlich und zuvorkommend, er spricht ein ausgezeichnetes Spanisch und so kommt es nicht zu Verständigungsschwierigkeiten. Ich bestelle ein Steak mit Champignons (!) und hoffe das mein Magen mitspielt.
Was er mir bringt, kann ich nicht gleich identifizieren. Der Kellner erklärt mir auf meine verwunderten Blick, dies sei zum Appetit machen auf Kosten des Hauses, das Steak dauert noch einen Augenblick. Eiskristalle glitzern auf der Speise, vorsichtig probiere ich. Das Ganze entpuppt sich als zwei Tonschalen, eine mit Griebenschmalz und eine mit Kräuterbutter – sehr lecker.
Als mein Steak kommt vergesse ich doch glatt das Fotografieren, eine Riesenportion. Der Kellner entfernt sich lachend, nach meinem überraschten Stöhnen.
Ich schaffe die Portion nicht, bleibe noch eine Weile sitzen und beobachte die Staubfahnen, die draußen vorbeiziehen.
Ich beschließe weitere Aktivitäten auf den nächsten Tag zu verschieben…….
Fortsetzung folgt !
Verfasst von El Viajero Loco